Freitag, September 22, 2006

"24"- Stunden Bush-Traum

um die geht es in der anderen großen Serie aus Amerika namens "24"...irgendein Bösmann präsentiert einen wahnwitzigen Plan um den Präsidenten zu ermorden, L.A. zu zerstören oder die Welt zu vernichten...da tritt dann Special Agent Jack Bauer auf den Plan und hat 24 Stunden Zeit, das Unheil abzuwenden. Die Serie ist handwerklich extrem gut gemacht und mindestens genauso extrem spannend, wenn auch mit jedem neuen Terrorszenario unglaubwürdiger.
Allerdings trägt die Sendung auch einen dickes Fragezeichen moralischer Art mit sich herum und das betrifft vor allem die Hauptfigur Jack Bauer.
Wie sagt man so schön, der Mann ist eine Waffe. Knallt jede Folge ein halbes Dutzend Islamisten über den Haufen, ohne mit der Wimper zu zucken, überlebt Flugzeugabstürze, ermordet Zeugen(!) in der Geheimdienstzentrale um an die Gangster ranzukommen und ist der fleischgewordene Alptraum jedes Terroristen und auch sonst aller, die ihm im Wege stehen.
Jack Bauers besondere Fähigkeit ist aber nicht sein virtuoser Umgang mit der Knarre, nein, etwas noch viel Amerika-typischeres...Jack ist ausgewiesener Verhör-Experte:

"Jack wir kriegen ihn nie zum Reden"
"Da wäre ich mir nicht so sicher"...so und ähnlich laufen die Dialoge ab, bevor sich Bauer in die Verhörräume begibt und nach bestem Wissen und Gewissen und gegen alle guten Vorsätze auf Teufel komm heraus Leute foltert.
Und solange es Ergebnisse gibt, darf Agent Bauer auch mit der Pistole Löcher in die Wand schiessen, die Opfer würgen, verprügeln oder, bisheriger Gipfel, ihnen den Tod des eigenen Kindes durch Miliziönäre via Webcam vorzugaukeln. Vom Cheffe gibts nur ein freundschaftliches "Halten sie sich zurück, Jack".
Auch der US-Präsident lässt gerne zum bewährten Mittel greifen und holt sich einen ähnlichen Experten wie Bauer in sein Team, um unliebsame Konkurrenten mittels Defibrilator-Therapie auszuhorchen.
Da mag er genauso wie Jack zwar immer wieder beteuern, das nicht tun zu wollen, aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel und in den in "24" geschilderten Situationen ist jedes davon Recht. Und so eine Live-Übertragung der Folterung des NSA-Chefs auf den Laptop des Commander in Chief hat ja auch seinen Reiz..sehen wohl auch die Falken-Treuen Macher im Land of the Free so und so zeigt sich, dass wer richtig foltert, am Ende gewinnt.

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