Ith. Das ist kein Schreibfehler, das heißt wirklich so. Die (angeblich) nächst- und auf jeden fall furchtbar abgelegene Zivildienstschule für mich und meinesgleichen, also Zivildienstleistende. Im Grunde ist diese Einrichtung eine große Jugendherrberge mit leichtem Unterrichtszwang und Klassenfahrtatmosphäre herrschte, auch wenn einige der Leute über 25 waren,man theoretisch freien Ausgang hatte und sich den Freuden des Alkohol(-ismu-)s hingeben konnte.
Der große menschliche Makel war aber: Es fehlte die entscheidende Hälfte der Menschheit: die Damenwelt. Betrinken, im Zimmer rumgammeln oder Playstation-2-spielen ist ja ganz nett, aber eine Woche mit 70 gleichaltrigen in der einsamen Bergwelt ganz ohne Mädchen ist auch für einen Anti-Weiber-Helden ein wenig öde.
Klar, wer wollte, bzw was loswerden musste, konnte sich auf einen ominösen Parkplatz am Fuße des Berges begeben wo eine geschäftstüchtige Dame gerüchteweise gewisse Dienste im Wohnmobil anbot, aber sonst war da nichts.
Glücklicherweise bot das Schicksal in Form des DFB-Pokals an gleich zwei Abenden in Verbindung mit einem Pro-Evolution-Soccer-Turnier auf der Playstation die neben Bier entscheidende Abwechslung zum geschilderten Dilemma, nämlich Fußball.
Weiter im Reisebericht. Das Essen schwankte zwischen "genießbar (Schnitzel), "lecker" (Tomatensuppe) und "wäääh" (Fischfrikadellen). Das Wetter war recht schön und die Segelflieger kreisten wie Geier über dem Berg. Der Unterricht zum Thema "Neue Kriege" war (danke an "Jan" und "Cem" die sich als einzige beteiligten) trocken, aber wenigstens ein bisschen interessant; bei den Möglichkeiten zur Aufbesserung des Zivigehaltes (manch einer sagt: "Den Staat abzocken") erwachten aber die meisten aus dem Halb- oder Ganzschlaf und notierten fleißig.
Höhepunkt am letzten Tag während der Unterrichtsstunde "Rechte und Pflichten" war der unvermittelte Besuch der anderen Seite des Ufers, jenen die nicht verweigert haben, dafür aber momentan aufgrund von Hamlet-Vergleichen in der Öffentlichkeit stehen: Die Uniformierten Jungs (die überraschenderweise drei nette Mädels dabei hatten) platzten herein und ließen uns alle wie Zivil...naja, ist ja klar.
"Besichtigung" ließ ihr Anführer vermelden. "Feind kennenlernen" vermuteten wir Ununiformierten.
Naja, bald geht wieder das wahre harte Leben los.
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